26. September 2018

Demo am Radschert • Landesschau Baden-Württemberg vom 11.09.2018

Viele Todtnauberger gegen geplantes Hotelprojekt


Landesschau Baden-Württemberg vom 11.09.2018 – bitte ins Bild klicken, um den Filmbeitrag anzuschauen.

Todtnauberg (hs.) Fast 300 Interessierte fanden am vergangenen Freitag den Weg an den nördlichen Ortsrand von Todtnauberg, wo die „Bürgerinitiative Hotelprojekt Radschert“ zu einem Vor-Ort-Ter- min eingeladen hatte. Wie bereits berichtet plant ein holländisch- amerikanisches Unternehmen die Errichtung eines Ferienresorts mit elf Einzelgebäuden mit knapp 300 Gästebetten im 4-Sterne+-Standard – samt Restaurant, Tiefgarage und dazugehöriger Infrastruktur. Befürworter finden sich haupt- sächlich im Todtnauer Rathaus und zum Teil auch im Todtnauberger Ortschaftsrat. Die Fraktion der Projektgegner besteht aus dem augenscheinlich größten Teil der Todtnauberger, vertreten durch die Bürgerinitiative. Diese kritisiert das Projekt ansich, aber auch die ihrer Meinung nach unzulängliche Informationspolitik der kommuna- len Verwaltung. Dann natürlich die ihrer Meinung nach zu gewaltige Dimension der einzelnen Häuser, die auf einer Grundfläche von jeweils 300 qm eine Firsthöhe von 18 Metern haben sollen. Der gesamte Ort würde durch diese Anlage leiden.

Der BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz) unterstützt die Bevölkerung von Todtnauberg in ihrem Widerstand gegen diesen Landschafts- und Naturfrevel. „Es darf nicht sein, dass eine Hotelkette mitten in ein geschütztes FFH-Ge- biet (Fauna, Flora, Habitat) gebaut werden soll. Dabei werden streng geschützte Lebensraumtypen gefährdet. Ich habe bereits erhebliche Rechtsfehler festgestellt. So hat die Verwaltung von Todtnau die Naturschutzverbände nicht, wie gesetz- lich vorgeschrieben, an der FFH- Verträglichkeitsprüfung beteiligt. Dagegen werden wir notfalls Klage erheben“, so Heinrich Lohmann, Kreisrat und umweltpolitischer Sprecher der Grünen. „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass hier ein solcher Komplex gebaut wird“, so Lohmann weiter.

Neben anderen Gegnern des Projektes sprach auch Bernhard Schneider, einer der betroffenen Landwirte, seinen Unmut aus. Mit 14 Traktoren waren die örtlichen Landwirte gekommen, Transpa- rente drückten das aus, was die meisten Todtnauberger denken.
Mit dabei an dieser Demo war auch ein Fernsehteam von Südwest 3. Der Beitrag wurde am Dienstag in der Landesschau ausgestrahlt.