27. Juni 2019

Posthalde im Höllental

Posthalde im Höllental
Das Ensemble der Posthalde im Höllental um 1930. Archiv Dreisamtäler
Unsere heutige historische Ansicht zeigt das Ensemble der Posthalde im Höllental um 1930.

Erstmals erwähnt wurde die Posthalde 1446 als „Wyhlers Gut“, 1566 entstand dort das erste Posthaus. Seit 1657 taucht erstmals der Name Hensler auf, ein Christian Hensler wurde als Posthalder benannt, man sprach vom „Wirtshaus unter der Steig“. 1770 kam auch dort Marie Antoinette vorbei, die auf dem Weg von Wien zu Ihrer Hochzeit nach Paris nachweislich auch durchs Höllental reiste.

Ab 1802 entstand mit Verleihung des Realrechtes das Gasthaus Adler-Post, später auch „Adler unter der Steig“ genannt. 1887 wurde die Höllentalbahn in Betrieb genommen, das Hofgut erhielt einen eigenen Bahnhof (Posthalde – von „Post an der Halde“), die Pferdepost stellte ihren Betrieb ein.

Das Posthaus wurde zu einem Hotel umgebaut, wobei der ehemalige Pferdestall als Speisesaal diente. 1910 brannte das alte Posthaus ab – ein Funkenflug der Eisenbahn war die Ursache. Als Stallgebäude mit Knechtwohnungen wurde es wieder aufgebaut.

1936 erfolgte der erste größere Ausbau der Bundesstraße, 1972 dann zur vierspurigen Straße. Nachdem bereits 1938 die Gastwirtschaft geschlossen wurde, verlor das Anwesen 1972 auch ein Wohnhaus, eine Remise, die Schmiede, die Säge und das Sägerstübe, also auch alle Gebäude rechts der Straße.

Seit 1938 dient das Anwesen Wohnzwecken und finanziert sich über Land- und Forstwirtschaft.

Posthalde
Die Posthalde 2019. Foto: Hanspeter Schweizer